Feuerwehren und Rettungsdienst üben gemeinsam die Bewältigung eines komplexen Verkehrsunfalls auf der L3114
Am Samstag, dem 7. November 2026, führte die Feuerwehr Groß-Zimmern gemeinsam mit den Feuerwehren Klein-Zimmern, Dieburg und Roßdorf-Gundernhausen sowie dem Rettungsdienst eine groß angelegte, unangekündigte Alarmübung durch. Als Übungsort diente der Bereich der L3114 an der Einmündung zur Dieburger Straße. Das angenommene Einsatzszenario stellte die Einsatzkräfte vor eine anspruchsvolle Lage: Ein Linienbus war in einen Verkehrsunfall mit zwei Pkw verwickelt worden. Infolge des Zusammenstoßes war der Bus auf die rechte Seite gekippt und in der Nähe eines weiteren Pkw zum Liegen gekommen. Mehrere Personen galten als verletzt oder in den Fahrzeugen eingeschlossen. Die Alarmierung erfolgte um 10:22 Uhr unter dem Stichwort H KLEMM 2 Y – Verkehrsunfall mit mehreren eingeklemmten Personen. Zusätzlich wurde ein Massenanfall von Verletzten (MANV 10) angenommen.
Komplexe Vorbereitung für maximale Realitätsnähe
Ein Übungsszenario dieser Dimension entsteht nicht über Nacht: Unter der Regie der Übungsleitung um Gemeindebrandinspektor Benedikt Fröhlich und Stellvertreter Lars Pullmann wurde über Wochen hinweg ein anspruchsvolles Konzept ausgearbeitet. Um den teilnehmenden Einheiten realistische Bedingungen zu bieten, musste ein echter Linienbus sicher auf die Seite gelegt und lagegesichert werden, sodass für die Übenden und Verletztendarsteller zu keinem Zeitpunkt eine reale Gefahr bestand. Neben der rein technischen Rettung lag ein wesentlicher Schwerpunkt auf der Führungsstruktur bei einem Massenanfall von Verletzten (MANV) sowie auf der geordneten Presse- und Medienarbeit direkt an der Einsatzstelle. Mit geschminkten Mimen, realistischen Schnittstellen zu Rettungsdienst und Polizei sowie eingespielten Medienanfragen durch die Übungsleitung wurde ein Belastungsszenario geschaffen, das dem Ernstfall so nahe wie möglich kam.
Ziel der Übung war es, die Zusammenarbeit der beteiligten Feuerwehren und des Rettungsdienstes bei einem komplexen Verkehrsunfall zu trainieren. Insbesondere sollte das strukturierte Vorgehen bei einer zunächst unübersichtlichen Einsatzlage geübt werden.
Menschenrettung und Zusammenarbeit im Mittelpunkt
Nach dem Eintreffen an der Einsatzstelle galt es zunächst, sich einen umfassenden Überblick zu verschaffen, die Unfallstelle abzusichern und die Lage an allen beteiligten Fahrzeugen zu erkunden. Parallel dazu mussten erste Maßnahmen zur Betreuung und Sichtung der betroffenen Personen eingeleitet werden.
Eine besondere Herausforderung stellte die Lage des umgestürzten Linienbusses dar. Dieser musste gegen weitere Bewegungen gesichert werden, bevor ein sicherer Zugang zu den eingeschlossenen Personen geschaffen und die technische Rettung vorbereitet werden konnte. Gleichzeitig waren der Brandschutz sicherzustellen und die Einsatzstelle übersichtlich zu strukturieren.
Im weiteren Übungsverlauf standen die technische und medizinische Rettung der dargestellten Betroffenen sowie die Koordination der verschiedenen Einsatzkräfte im Mittelpunkt. Die angenommene Zahl der Verletzten machte es erforderlich, frühzeitig geeignete MANV-Strukturen aufzubauen und die Versorgung der Betroffenen zu organisieren.
Dabei wurde auch die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Rettungsdienst geübt. Neben der eigentlichen Menschenrettung gehörten die Führungsorganisation, die Kommunikation zwischen den eingesetzten Einheiten und die Dokumentation der Lage zu den wesentlichen Bestandteilen der Übung.
Ein weiterer Bestandteil war die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Unterschiedliche Medienanfragen und Interviewsituationen wurden durch einen Übungsleiter simuliert. Die Einsatzleitung und die hierfür vorgesehene Ansprechperson mussten auf Nachfragen reagieren, Informationen bewerten und eine abgestimmte Kommunikation nach außen sicherstellen.
Umfangreiche rettungsdienstliche Versorgung und MANV-Strukturen
Einen wesentlichen Schwerpunkt der Übung bildete neben der technischen Rettung auch die rettungsdienstliche Versorgung der zahlreichen Betroffenen. Hierfür waren neben dem regulären Rettungsdienst auch die vorgesehenen MANV-Komponenten des Landkreises eingebunden. Vor Ort wurde ein Behandlungsplatz eingerichtet, an dem die geretteten Personen medizinisch gesichtet, nach der Schwere ihrer Verletzungen eingestuft und entsprechend versorgt werden konnten. Die Übung umfasste dabei die strukturierte Patientenablage, die Priorisierung zeitkritischer Patienten sowie die Organisation der weiteren Transportwege. Eine besondere Bedeutung kam der engen Abstimmung zwischen Feuerwehr und Rettungsdienst zu: Bereits während der technischen Rettung mussten medizinische Zugänge und Rettungswege gemeinsam festgelegt und die Übergabe der Patienten koordiniert werden. Alle 13 dargestellten Personen konnten aus den Fahrzeugen befreit und an den Rettungsdienst übergeben werden. Im weiteren Übungsverlauf wurde die Versorgung von acht schwerverletzten und zwei leichtverletzten Personen sowie von drei Verstorbenen angenommen.
Wertvolle Erkenntnisse für den Ernstfall
Die Übung bot allen Beteiligten die Möglichkeit, die eigenen Abläufe zu überprüfen und die Zusammenarbeit über Organisations- und Gemeindegrenzen hinweg zu festigen. Besonders bei größeren Schadenslagen sind eine frühzeitige Lageeinschätzung, klare Führungsstrukturen und eine abgestimmte Zusammenarbeit entscheidend. Die gewonnenen Erkenntnisse werden im Nachgang ausgewertet und fließen in die weitere Ausbildung und Einsatzvorbereitung ein. Alarmübungen dieser Größenordnung sind ein wichtiger Bestandteil, um auf anspruchsvolle Einsatzlagen vorbereitet zu sein und im Ernstfall schnell, koordiniert und professionell helfen zu können.
Ein besonderer Dank an alle Unterstützer
Eine Übung dieser Größenordnung ist ohne breite Unterstützung und verlässliche Kooperationspartner nicht durchführbar. Die Feuerwehren der Gemeinde Groß-Zimmern bedanken sich ausdrücklich bei:
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der Gemeinde Groß-Zimmern, dem Ordnungsamt und der Ordnungspolizei für die behördliche Genehmigung, Rückendeckung und die professionelle Absicherung vor Ort,
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dem gemeindlichen Bauhof für die logistische Hilfe und das Bereitstellen von Absperrmaterial
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dem Busunternehmen Winzenhöler für die Bereitstellung des Linienbusses und die tatkräftige technische Unterstützung,
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der Firma Reinhard für die technische Unterstützung
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dem Team von sd-notfallausbildung.de für die hochprofessionelle und realitätsnahe Notfalldarstellung der Verletzten und Betroffenen,
- der Verpflegungsgruppe der Ehren- und Altersabteilung für Getränke und Essen
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sowie den Nachbarfeuerwehren aus Dieburg und Roßdorf-Gundernhausen für die gewohnt reibungslose interkommunale Zusammenarbeit.
Ein besonderer Dank gilt zudem den Bürgerinnen und Bürgern sowie allen Verkehrsteilnehmern für ihr Verständnis und ihre Geduld angesichts der unvermeidbaren Verkehrsbehinderungen und der mehrstündigen Vollsperrung auf der L 3114. Regelmäßige Übungen wie diese stellen sicher, dass alle Rettungsorganisationen im Ernstfall schnell, präzise und Hand in Hand für die Sicherheit der Bevölkerung agieren können.
